Nicht-operative Therapie der Schilddrüsenknoten (Echotherapie)

Das Klinikum Stephansplatz bietet seinen Patienten mit der Echotherapie eine neue, schonende Alternative zur Operation bei gutartigen Schilddrüsenknoten. Bei der Echotherapie wird therapeutischer Ultraschall eingesetzt, um gutartige Tumore nicht-invasiv (ohne Operation) zu behandeln. Die Ultraschallwellen werden gebündelt und kommen punktgenau im Inneren des Schilddrüsenknoten an, wo die übertragene Energie zu einer lokal begrenzten Erwärmung des Gewebes führt. Dadurch kommt es schließlich zu einer Zerstörung des betroffenen Gewebes des Schilddrüsenknoten– das gesunde, umliegende Gewebe bleibt dabei vollständig erhalten.

Ähnlich den Sonnenstrahlen unter einer Lupe, werden die Ultraschallwellen gebündelt und erwärmen genau die Stelle, die von der Gewebeveränderung betroffen ist. Dadurch wird der Knoten verkleinert, ganz ohne Schnitte oder Narben. Diese nichtoperative Behandlungsmethode wird ambulant im Rahmen einer einzigen Sitzung durchgeführt. Eine lokale Betäubung reicht dafür aus.

Vorteile der Echotherapie:

  • Schonende, schmerzfreie Methode ohne Operation
  • keine Narbenbildung
  • ambulante Behandlung unter lokaler Betäubung
  • kurze Behandlungsdauer (20 Minuten bis 1,5 Stunden)
  • Echtzeitkontrolle mittels Ultraschallbilder

Wenn Sie einen gutartigen Schilddrüsenknoten behandeln lassen möchten, ist die Echotherapie möglicherweise genau die richtige Lösung für Sie.

echotherapie-2echotherapie-1

Informationen zur Echotherapie


Bei der Echotherapie handelt es sich um ein Therapieverfahren auf der Basis therapeutischen Ultraschalls. Stellen Sie sich eine Lupe vor, durch die Sonnenstrahlen hindurchscheinen. Die Echotherapie verwendet dasselbe Prinzip: Die Ultraschallstrahlen werden gebündelt und kommen mit starker Intensität an einem einzigen Punkt an, wodurch es zu einer lokal begrenzten Erwärmung des Gewebes kommt.
Das betroffene Gewebe erwärmt sich dabei sehr schnell auf etwa 85 °C. In gewisser Weise beginnt während der Echotherapie-Sitzung eine Art „Schmelzvorgang“. Nach der Behandlung wirkt die Echotherapie fort und das Fibroadenom wird im Laufe der Zeit immer kleiner. Dank der Bündelung bleibt bei diesem Therapieverfahren das gesunde Gewebe in der Umgebung erhalten.
Therapeutischer Ultraschall wird schon seit vielen Jahren erfolgreich zur Behandlung von Tumoren eingesetzt. Die Echotherapie ist speziell für die Behandlung von Fibroadenomen der Brust und gutartigen Schilddrüsenknoten ausgelegt.
Ein weiterer Vorteil der Echotherapie besteht darin, dass die Behandlung mit Ultraschallbildgebung kombiniert wird, um die Therapie genau und in Echtzeit zu überwachen.

Die Echotherapie ist für die Behandlung von Fibroadenomen der Brust und gutartigen Schilddrüsenknoten als Alternative zu einem operativen Eingriff indiziert. Bei Fibroadenomen der Brust gilt, dass sich eine Echotherapie immer dann anbieten würde, wenn auch ein chirurgischer Eingriff angezeigt wäre. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn das Fibroadenom sehr schnell wächst, gesundheitliche Probleme vorliegen oder sich die Patientin aufgrund des Fibroadenoms psychisch belastet fühlt. (1).
In gleichem Maße gilt bei gutartigen Schilddrüsenknoten, dass sich eine Echotherapie immer dann als Behandlungsoption anbieten würde, wenn auch ein chirurgischer Eingriff angezeigt wäre. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn der Knoten eher groß ist und/oder stetig wächst, und es dadurch zu funktionellen Beeinträchtigungen (Schlucken, Atmen) kommt oder die äußerliche Veränderung ein ästhetisches Problem für den Patienten/die Patientin darstellt. Ferner kann die Echotherapie an die Stelle einer Radiojodtherapie treten.

Bei der Echotherapie handelt es sich um die erste und einzige Behandlungsalternative, die gänzlich nichtinvasiv ist. Im Vergleich zu einem operativen Eingriff erfordert die Echotherapie keine Schnitte und hinterlässt somit auch keine Narben, Wunden oder Beeinträchtigungen. Das ist ein enormer Vorteil, da bei einer Operation nicht nur Narben auf der Oberfläche der Haut entstehen, sondern auch innerhalb des Gewebes. Dadurch können spätere Untersuchungen und Diagnosestellungen erschwert werden, und auch beim Stillen kann es zu Problemen kommen. Des Weiteren handelt es sich bei der Echotherapie um ein ambulantes Therapieverfahren ohne Vollnarkose, sondern lediglich mit einer Lokalanästhesie. Ferner bedarf es lediglich einer Sitzung und keiner Genesungszeit: Die Patienten können sich sofort nach der Behandlung wieder ihren täglichen Aktivitäten widmen. „Nach einer Sitzung ist die Echotherapie erledigt. Und man benötigt nur eine örtliche Betäubung. Ich bin als ambulante Patientin ins Krankenhaus gekommen und konnte am frühen Nachmittag des selben Tages wieder nach Hause gehen. Alles hat super geklappt. Ich hatte keine Schmerzen, weder während noch nach der Behandlung.“ Erfahrungsbericht einer Patientin Bei der Echotherapie handelt es sich um ein kosteneffektives Behandlungsverfahren, das somit auch mit gewissen wirtschaftlichen Vorteilen für die Gemeinschaft einhergeht. Tatsächlich kann ein chirurgischer Eingriff (operative Entfernung der Schilddrüsenknoten) eine lange medizinische Nachversorgung/Betreuung erforderlich machen und somit aufgrund des Krankenhausaufenthalts und der Anästhesie nicht zu unterschätzende Kosten verursachen. Die Echotherapie ermöglicht eine sofortige Genesung und verhindert somit einen krankheitsbedingten Ausfall, zu dem es oft nach einem chirurgischen Eingriff kommt.
echotherapie-bild

Schilddrüsenknoten


Im Bereich des Halses befinden sich verschiedene Organe, viszerale und vaskuläre Elemente sowie Elemente des Nervensystems, die allesamt Ursprung von Entzündungen, In fektionen und Tumoren sein können. Unter ihnen: die Schilddrüse, welche eine zentrale Rolle für den Stoffwechsel des Körpers spielt. Eine Dysfunktion kann für den Organismus weniger bis stark ernstzunehmende Folgen haben.
Im Zusammenhang mit der Schilddrüse kann es zu nodulären Veränderungen des Gewebes kommen, zu einer Formation von sog. Schilddrüsenknoten. In manchen Fällen können diese Schilddrüsenknoten mit einer anormalen Sekretion von Schilddrüsenhormonen einhergehen.

Bei der Schilddrüse handelt es sich um eine kleine, schmetterlingsförmige Drüse unterhalb des Kehlkopfs. Sie produziert Hormone, die unseren Stoffwechsel und Energiehaushalt regulieren, und stellt sicher, dass ein Mindestmaß an Energie vorhanden ist, damit unser Körper ordentlich funktionieren kann. Mit der Schilddrüse im Zusammenhang stehende Probleme zählen zu denen am häufigsten beschriebenen Beschwerden. Schilddrüsenknoten sind Veränderungen des Schilddrüsengewebes, die relativ häufig in einer normalen Schilddrüse vorkommen und i. d. R. nicht größer als 1 cm sind. Sie befinden sich oft am Rand der Schilddrüse, wobei die Patienten eine Verdickung im Hals wahrnehmen/fühlen. Erreichen diese eine bestimmte Größe oder ist der Patient eher dünn, ist die Veränderung ggf. auch von außen sichtbar.
Schilddrüsenknoten sind in 95 % der Fälle harmlos. Sie sind i. d. R. asymptomatisch und mit keinen weiteren Folgen für den Patienten verbunden. Gleichwohl ist es wichtig, einen Arzt aufzusuchen, sobald eine ertastbare Verdickung auftritt, da in 5 % der Fälle hinter dem Knoten i. d. R. Krebs steckt. Zur Beobachtung der Knoten werden verschiedene bildgebende Verfahren angewendet, wie bspw. die Szintigraphie oder die Sonographie. Es gibt verschiedene Arten von Schilddrüsenknoten: Kolloidnoten, Zysten, entzündliche Knoten, Adenome und Schilddrüsenkrebs. In manchen Fällen können die Knoten Schilddrüsenhormone produzieren, die zu einer Schilddrüsenüberfunktion führen, wodurch es zu einer Steigerung der Stoffwechselprozesse kommt, die mit Gewichtsverlust, Herzrasen, Schlafstörungen usw. einhergehen.
Mithilfe einer Blutprobe können die Schilddrüsenwerte im Blut kontrolliert und eine entsprechende Diagnose gestellt werden.


Tastbare Schilddrüsenknoten werden bei 5 % der Bevölkerung beschrieben und kommen bei Menschen mit einem Jodmangel, älteren Menschen sowie bei Frauen häufiger vor; bei der letzten Gruppe um bis zu ein Vierfaches häufiger.

Die Art der Behandlung hängt von der Art des Knotens ab.
Bei einem gutartigen Knoten ohne eine damit verbundene Symptomatik wird keine Behandlung empfohlen; es sollte jedoch in regelmäßigen Abständen eine Kontrolle zur Überwachung des Zustandes stattfinden.
Knoten, die Hormone produzieren und dadurch eine Schilddrüsenüberfunktion samt Symptomatik auslösen, können mittels radioaktiven Jods behandelt werden. Das Jod wird dabei oral in Form von Kapseln oder als Flüssigkeit verabreicht. In 80 % der Fälle führt diese Art der Behandlung zu einer dauerhaften Schilddrüsenunterfunktion.
Bei Krebs oder verdächtigen Knoten oder symptomatischen, gutartigen Knoten ist ein operativer Eingriff angezeigt.

Die Echotherapie bietet sich als Alternative sowohl zu einer OP als auch einer Überwachung an, indem sie eine nichtinvasive Behandlung von gutartigen Tumoren ohne Narbenbildung ermöglicht. Die Behandlung von gutartigen Schilddrüsenknoten mittels der Echotherapie findet ambulant unter örtlicher Betäubung statt. Sie erfordert jeweils nur eine Sitzung und keine Genesungszeit nach der Behandlung.

echotherapie-bild-2

Gern stehen wir Ihnen bei weiteren Fragen rund um die Echotherapie zur Verfügung

Ansprechpartner sind Frau Möller vom Klinikum Stephansplatz und Frau Kürsten vom GesundheitsVerbund Nord mit dem wir zusammenarbeiten.

Ansprechpartner für privat Versicherte: Frau Möller Tel: 040-320883111
Ansprechpartner für gesetzlich Versicherte: Frau Kürsten Tel: 040-50048923

Voraussetzungen für die technische Durchführbarkeit der Echotherapie

Sollte die Indikation für eine Echotherapie bestehen gilt es folgende Kriterien zu erfüllen. Diese sind:

Geometrische Aspekte:

Kriterium
Verpflichtend Tiefe vordere Kante < 19.5 mm
Empfohlen

Ist dies nicht gegeben:
– Gesundes Gewebe könnte behandelt werden oder
– Behandlung nur partiell

Dicke des Knotens > 7.3 mm
Tiefe hintere Kante > 12.5 mm
Knoten min 2mm von der Karotis
Knoten min 3mm von der Trachea und 10mm, wenn die Trachea hinter dem Fokuspunkt liegt

Kontraindikationen und Warnungen:

Kriterium
Kontraindikationen
Veränderung des Stimmbandnervs auf der anderen Seite
Probleme mit der Halswirbelsäule
Warnungen
Vorrangig flüssiger Knoten
Makrokalk vor dem Fokusbereich des HIFU-Strahls
Knoten nicht deutlich im Ultraschall abzugrenzen
Probleme bei der Hyperextension des Nacken des Patienten
Narben oder Leberflecke vor dem Fokusbereich des HIFU-Strahls