Psychiatrie und Psychotherapie

Psychiatrie und Psychotherapie beschäftigen sich mit der Erkennung und Behandlung seelischer Störungen. Letztere sind sehr häufig, treten für sich oder zusammen mit körperlichen Störungen auf, deren Verlauf und Heilungschancen sie beeinflussen. Vor allem chronische körperliche Störungen sind oft von seelischen Störungen begleitet.
Die Behandlung kann durch Medikamente oder Psychotherapie erfolgen. Welcher Weg sinnvoll ist, ergibt sich aus dem Gespräch zwischen Patienten und Arzt.

Die häufigsten seelischen Störungen sind:

Depressionen sind sehr häufig, fast jede/r zweite leidet mindestens einmal im Leben an einer Depression. Im Vordergrund steht der Verlust an Lebensqualität, besonders problematisch ist die oft schon zu Beginn der Störung auftretende Lebensmüdigkeit!
Symptome: Verlust an Freude, Antrieb und Interessen, Gefühl nichts wert oder unwichtig zu sein, Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, Appetitlosigkeit, kein Interesse an Sexualität, Schlafstörungen, Lebensmüdigkeit.
Die Ursachen sind meist vielfältig, verschiedene Belastungsfaktoren, die zu einer Aktivierung des Stresssystems führen, addieren sich über Wochen und Monate; dadurch ist oft keine klare Ursache oder ein „Grund“ erkennbar.

Depressionen lassen sich gut behandeln, wenn man rechtzeitig damit beginnt. Wichtig ist eine Entlastung von beruflichen oder emotionalen Überforderungen, oft durch eine Krankschreibung, die medikamentöse Behandlung von Schlafstörungen; die eigentliche Therapie kann medikamentös oder psychotherapeutisch durch spezifische Psychotherapien erfolgen.
Treten Depressionen zusammen mit körperlichen Erkrankungen auf, so sollte die Behandlungsstrategie gemeinsam von Körpermediziner und Psychiater erarbeitet werden.

Ängste, mit oder ohne Anlass, sind fast ebenso häufig wie Depressionen, oft treten sie auch gemeinsam auf. Am meisten irritieren die Panikattacken, anfallsartige, mit bedrohlichen Körperempfindungen einhergehende Ängste vor Kontrollverlust, für die es keinen offensichtlichen Grund gibt. Ängste mit bestimmten Auslösern – Höhenangst, Angst vor Spinnen, Schlangen etc. bekommt man eher in den Griff. Sehr beeinträchtigend können auch soziale Phobien sein, wenn Sie in Gegenwart anderer, v.a. fremder Menschen nicht reden, essen etc. können.
Das naheliegende Vermeidungsverhalten ist keine gute Idee, weil Vermieden auf den ersten Blick zwar vernünftig erscheint, aber eine starke Tendenz zur Ausweitung hat, so dass man schließlich überhaupt nicht in der Lage ist, selbstständig noch etwas zu unternehmen.
Die Behandlung der Wahl ist die Verhaltenstherapie, bei der die einzelnen Ängste mit klaren, transparenten Behandlungsverfahren systematisch reduziert werden.

Obwohl Alkohol aus unserem täglichen Leben kaum wegzudenken ist, sollte man nicht vergessen, dass er toxisch ist, also dosisabhängig fast alle Organe schädigen kann. Sie merken das unter anderem daran, dass Sie mit zunehmendem Alter weniger vertragen. Außerdem sollten manche Menschen überhaupt keinen Alkohol trinken, weil sie abhängig werden.
Auch Schmerz- und Beruhigungsmittel schädigen bei dauerhafter Einnahme Ihre Organe und machen langfristig abhängig. Entwöhnungstherapien von Alkohol und Tabletten lassen sich in der Regel nicht im ambulanten Rahmen durchführen.

Der Wert ausreichenden und regelmäßigen Schlafs wird Ihnen meist erst klar, wenn Sie nicht mehr gut schlafen. Schlafstörungen können ganz verschiedene Ursachen haben; im Klinikum am Stephansplatz arbeiten verschiedene Spezialisten an dieser Thematik.
Ganz allgemein gesagt, werden Sie umso besser schlafen, je regelmäßiger Sie leben.
Dass Stress, Verluste oder akute existenzielle Sorgen den Schlaf beeinträchtigen ist völlig normal. Länger anhaltende Schlafstörungen sind oft ein Hinweis auf eine beginnende seelische Störung, z.B. eine Depression. Außer pflanzlichen sind alle medikamentösen Schlafmittel wegen des Abhängigkeitsrisikos mit allergrößter Vorsicht und nur unter engmaschiger ärztlicher Betreuung einzunehmen.

Unsere – an sich erfreuliche – verlängerte Lebenserwartung bringt als Risiko eine Reihe von seelischen Veränderungen oder Störungen mit sich: So brauchen Sie mit zunehmendem Alter weniger Schlaf; wenn Sie einen Mittagsschlaf von 2 Stunden kultivieren, können Sie kaum damit rechnen, nachts länger als 5 Stunden zu schlafen.
Besonders problematisch ist das gehäufte Auftreten von Depressionen im Alter, die viel stärker als die so gefürchtete Demenz für einen Verlust der Lebensqualität alter Menschen verantwortlich ist. Wie in jedem Lebensalter lässt sich eine Depression im Alter nur in einem gründlichen Gespräch mit einem Fachmann diagnostizieren.

Auch eine beginnende Demenz setzt einen umfangreichen diagnostischen Prozess voraus, der auch eine psychologische Testung und körperliche Untersuchungen beinhaltet. Wegen der Konsequenzen für die weitere Lebensführung sollten Sie sich zu so einer Diagnostik nicht erst durchringen, wenn es für therapeutische Interventionen zu spät ist. Auch wenn eine kausale Demenzbehandlung heute noch nicht verfügbar ist, lassen sich der Verlauf und damit die Konsequenzen für Betroffene und Angehörige gut therapeutisch beeinflussen.

Eine Reihe anderer seelischer Störungen, wie Zwangsstörungen, Posttraumatische Störungen, emotional-instabile Störungen oder Psychosen können natürlich ebenfalls im Klinikum am Stephansplatz auf hohem Niveau diagnostiziert und behandelt werden.
Prof. Dr. med. Josef Aldendorf gilt als ausgewiesener Spezialist für Psychiatrie und Psychotherapie. Als Autor versteht er es, komplexe Zusammenhänge auf diesen Gebieten verständlich auf den Punkt zu bringen.

Behandelnde Ärzte:

aldenhoff

Prof. Dr. med. Josef Aldenhoff
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie

lemke

Prof. Dr. med. Matthias R. Lemke
Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, Suchtmedizin